Frieden im Land

Friedensgebet

am Samstag

22.02.2025

16 Uhr

Kirche Des Guten Hirten

Ecke: Straupitz-/Berliner Str.

Friedenstaube

Prüft ALLES – das GUTE BEHALTET 1. Thess 5,21

  1. Lied - Sebastian (Instrumental)

    Komposition: Sebastian Gehmert; Arr.: Lothar Rosengarten
  2. Begrüßung - Gedanken zur Jahreslosung

  3. Lied - Gib Frieden, Herr, gib Frieden ELKG² 673

    Mel: Bartholomäus Gesius/ G.Ph. Telemann
  4. Gedanken aus einer Predigt von Pastor Markus Müller am 24.03.2024 in der KDGH, im Blick auf drei Jahre Krieg in der Ukraine reflektiert von Andreas Eckert

    Liebe Schwestern und Brüder, habt ihr eine Idee, wie die Demut Jesu und sein freiwilliges Leiden unser Miteinander heute prägen könnte? Wie gehen wir in unserer Gesellschaft miteinander um?

    Mir scheint, dass diese Frage in letzter Zeit an Bedeutung gewonnen hat. Menschen gewinnen den Eindruck, plötzlich fremd in der eigenen Gesellschaft zu sein. Und interessanterweise würden dieser Aussage sogar jeweils Menschen zustimmen, die gegensätzlichen Weltbildern anhängen. Bei allen Unterschieden in der Meinung teilen viele doch die Auffassung, dass die Auseinandersetzung rauer wird, der Ton schärfer und die anderen mich eigentlich nicht verstehen. So wird der und die „Gegenüber“ schnell zum Ärgernis – zu einem, das es zu verdrängen gilt. Die Bereitschaft, sich auf Andersdenkende einzulassen, schwindet.

    Auch vor der Kirche macht dieser Trend auch nicht Halt. Aus einem Miteinander wird schnell ein Nebeneinander, manchmal sogar ein Gegeneinander. Es wird zunehmend rau und lieblos in Gesellschaft und Kirche. Und die Frage drängt sich auf: Wie gehen wir eigentlich miteinander um?

    Dabei ist dies zunächst einmal keine Grundsatzkritik an „dieser Person“ oder „jener Gruppe“, sondern ich fange zunächst einmal bei mir selbst an und stelle fest: Als ein Teil der gesellschaftlichen und kirchlichen Diskussionen und des damit verbundenen Krawalls bin ich kein Unbeteiligter.

    Ich selbst bin darauf angewiesen, neu orientiert zu werden, neu auf die Spur gesetzt zu werden.

    Eine solche Spur kann Demut sein.

    Das heißt konkret im Lebensweg Jesu: Er hat es sich nicht in der Komfortzone bequem gemacht. Er wurde angreifbar, verletzbar. Ja, mehr noch: Er wurde angegriffen und verletzt. Es ging längst nicht immer nach seinen Wünschen. Angst und Unsicherheit und Verzweiflung waren ihm nicht fremd. Und das nicht, weil es ihm im Himmel zu langweilig geworden wäre oder er eine neue Herausforderung gesucht hätte: Sondern für uns.

    Das könnte für mich heißen: Demütig sein! Das Eigene für den anderen zurückstellen. Für den anderen da sein. Auf andere zugehen, auch wenn sie mir fremd und verdächtig erscheinen. Nicht die eigene Meinung verraten – aber doch auf die anderen zugehen.

    Ich könnte zum Beispiel darauf verzichte, den anderen für einen Deppen zu halten, sondern wahrnehmen, dass ihn seine Lebensgeschichte zu dieser Haltung geführt hat und er seine Auffassung auch nicht beliebig wechseln kann.

    Oder in dem ich nicht nur auf das schaue, was ich brauche, was mir wichtig, was mir Erleichterung bringt, was für mich die Maximallösung wäre – sondern dass ich auch den Gedanken mitdenke: Was braucht der oder die Andere eigentlich? Der Mensch vor mir an der Supermarktkasse oder die Person hinter mir in der Kirchenbank? Es geht nicht nur um mich. Demut könnte vielleicht auch bewirken, dass ich sprachlich ‚abrüste‘ – ich nicht immer gleich zu den ganz großen Vorwürfen und Vorhaltungen greife, dass ich das Gespräch nicht mit Drohungen vergifte und mir Witze auf Kosten anderer auch schlicht und ergreifend verkneife.

  5. Lied Dona Nobis Pacem (Gib uns Frieden auf Erden, Gib uns Frieden, Herr!) ELKG² 675

    M/S: John Lamberton Bell
  6. Bildmeditation Pastor Michael Voigt

    „Das Mädchen mit den weißen Tauben“ von Petra Gwosch

    Gedanken zum Bild „Das Mädchen mit den weißen Tauben“ von Petra Gwosch anlässlich des Friedensgebetes am 22.2. 2025 – 3. Jahrestag des Ukrainekriegs

    Ach, wie gern stünde ich auf einer solch idyllischen, grünen Wiese, weit weg von allem, was Not bereitet und meine Augen brennen lässt. Wenn ich sie schließe, kann ich solch friedvolle Bilder aufrufen. Dann sehe ich dem jungen Mädchen beim Tanzen zu, freue mich an ihrer blauen Schleife, dem braunen Strohhut und dem bunten Korb voller Blumen. Und der Wind weht mir den Duft des Grases um die Nase. Wie gut tut ein friedvoller Farbklecks im zarten Frühlingsgrün!

    Doch da steht der Baum. Seine Äste bewegen sich im Wind; kein sanfter Hauch, ich höre ein eindringliches Rauschen. Der Wind bewegt auch meine Gedanken. Jeder Windstoß eine Bedrohung, eine Herausforderung, eine Angst. Wind kann Äste beugen, Sturm kann sie brechen und heute, drei Jahre nach Beginn des Ukrainekrieges, legen sich die Gedanken an den Krieg wie tiefe Schatten auf das Land. Wie lange wird es dem Land noch gelingen, in schwierigsten Zeiten ungebrochen und aufrecht zu stehen?

    Tauben fliegen von der Hand des Mädchens hin zum Baum. Auch ich möchte Tauben senden – als sanfte Boten des Friedens, als Gedanken der Versöhnung und der Mahnung dorthin, wo der Sturm tobt. Das Mädchen hebt ihre Hand in Richtung der Tauben, nicht eindringlich oder fordernd, mehr einladend und mit stiller Bitte. Vielleicht hat sie ja Futter in ihrer Hand für die Tauben, damit sie kommen und Hoffnung picken? Es ist mit dem Frieden wie mit den Vögeln: um Nähe zu gewinnen, müssen wir geben, bevor wir empfangen, nicht fordern und drohen, sondern gewähren. Und auftören, laut zu sein und Parolen zu schreien; die vertreiben nur die Taube

    Mein Freund Andreas sagt mir, die Spreewaldmalerin, die Lichtstimmungen so wunderbar einfängt, finde, nichts passe besser zum Projekt „Frieden im Land“ als das „Mädchen mit den weißen Tauben.“ Er selbst meint sogar, in der Mitte des Bildes, im zarten Nebel, einen zart angedeuteten Engel zu entdecken. Auch wenn ich den Engel mehr ahne als sehe – wie es mit Engeln ja so oft ist – weiß ich doch, dass der Friede einen Engel braucht!

    Darum rufe ich dem Mädchen zu: Möge der Wind des Friedens die Flügel deiner Tauben tragen. Möge ihre Botschaft die Herzen der Menschen erreichen und erwärmen. Möge Gott seine Engel senden, damit sie helfen, dass der Lärm des Krieges endlich verstummt. Möge der Frieden wie die Tauben frei und unaufhaltsam fliegen über die Ukraine und in die vielen Kriegs- und Krisengebiete dieser Welt, dass sie Frieden tragen in jedes Haus, in jede Stadt und in jedes Herz.

    Ein schönes Bild. Ein frommer Wunsch? Ein Traum in Acryl auf Leinwand, hingezaubert von einer Spreewaldmalerin? Und dennoch erinnert mich mein beim Betrachten warm gewordenes Herz daran: Wer Hoffnung hat, fängt an, Tauben zu füttern – betet für den Frieden und macht dabei möglichst wenig Lärm!

  7. Lied In der Stille angekommen wird ich ruhig zum Gebet ELKG² 271

    Text: Christoph Zehendner Mel: Manfred Staiger
  8. Meditation zur Gebetsvorbereitung

    Wenn nur die Waffen schweigen würden! So denken doch im Grunde genommen alle. Wer will denn Krieg? Viel wäre gewonnen, wenn es wenigstens eine Feuerpause gäbe. Millimeter für Millimeter, kleine Schrift aufeinander zugehen, das wäre der Anfang zum Ende des Krieges…

    Und während wir so denken erweitern wir unseren Maßnahmenkatalog, wie sich diejenigen zu verhalten haben, die weltweit auf der Flucht sind vor einem Krieg, vor Verfolgung, vor persönlicher Mißhandlung der Menschenwürde, vor Strafbewährung des eigenen Glaubens, vor maßloser Überwachung und Uniformierung.

    Letztlich ist der „Wahlkampf“ in Deutschland zu einem Überbietungswettbewerb verkommen, wer und mit welchen Mitteln wie möglichst schnell „weg“ muß. Und wir übersehen dabei, daß z.B. unser Krankenhaus ohne Menschen mit Migrationshintergrund wohl nur noch sehr eingeschränkt funktional wäre. Was denken diese Menschen von uns? Was denkt Gott über unseren „Eifer“ gegenüber Menschen, die Schutz suchen?

  9. Friedensgebet (in Anlehnung an ein Friedensgebet vom 16. Juni 2024 am Kreuz der Versöhnung in Kosarzyn)

    Herr, Du allein schenkst alles Leben.
    Unser Licht und Leben bist du, Jesus Christus, unsere Hoffnung und unsere Zukunft. Du hast uns Menschen zu Deinem Ebenbild gemacht.

    Gib, daß sich in Feindschaft Gegenüberstehende immer daran erinnern, daß nicht wir Herren über Leben und Tod sind.
    Du, unser Herr und Gott, hast in der Schöpfung die Finsternis beendet. Du willst, daß allen Menschen geholfen werde. Du sorgst für Wachsen und Gedeihen, daß wir alle leben können.
    Inmitten der Dunkelheit von Krieg und Gewalt zeige dich mit deinem Licht. Bitte!

    Stelle Verletzten mitfühlende Menschen zur Seite, die sich ihrer erbarmen, Schmerzen lindern und Wunden heilen.
    Wir bitten dich um Licht für die Ukraine, für die, die kämpfen, die aushalten und widerstehen, für die, die Angst um ihr Leben haben, für die Eltern, die um ihre Kinder weinen und die Kinder, die zu Waisen werden.
    Erhalte uns unsere Empfindsamkeit und unsere Hilfsbereitschaft. Bitte!

    Lass über den Gräbern der Opfer von Krieg und Gewalt nicht neue Rache und Gewalt entstehen!
    Tränen fließen in Strömen und Schrecken durchdringt die Seelen. Starr sind wir vor Angst und hilflos. Der Frieden wird mit Füßen getreten und das Recht vertrieben. Wirst du uns halten?
    Wirst du die Bedrängten auffangen? Wirst du die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen?
    Wir biften dich um Schutz für die vom Krieg überfallenen Menschen und für uns, dass wir nicht abstumpfen. Bitte!

    Sei bei den Menschen, die vor Krieg und Gewalt auf der Flucht sind, die in Angst um ihr Leben und das ihrer Familie eine Flucht auf sich nehmen. Sei bei den Menschen, die Hab und Gut und ihre Heimat verloren haben.
    Sei uns nahe, wenn diese Menschen an unsere Tür klopfen und um Hilfe bitten.

    Wir bitten dich um Licht für jeden Ort, an dem die Finsternis des Kriegs regiert. Du bist die Zukunft und die Hoffnung für die Ukraine, für Israel, Gaza, Syrien, für die ganze Welt – und auch für uns.
    Erbarme dich und öffne unsere Herzen für andere.

    Vergib uns, wenn wir nur noch Verachtung für die Verantwortlichen in der Politik haben, wenn diese anders entscheiden als wir es mit unserem Halbwissen tun würden. Lass unser Tun von Zuwendung zu Bedrohten, Verfolgten, Mißhandelten und unschuldig in Not Gestoßenen geprägt sein. Wir bitten dich um Wahrheit. Wir bitten dich um Glauben. Wir bitten dich um Frieden. Sei uns gnädig, barmherziger Gott und unsere Hoffnung nicht vergeblich sein!
    Amen.

  10. Segen

  11. Lied - Friede sei mit Dir

    T+M: Manfred Siebald